Internationalisierung des Studiums
Hochschul-Informations-System
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Gegenstand der Untersuchung ist die studentische
Auslandsmobilität und die Internationalisierung des Curriculums.
Im Begleitschreiben zum Fragebogen wurden den Befragten die Ziele dieser
Untersuchung wie folgt erläutert:
"Von den Herausforderungen und Chancen, die sich durch den europäischen Integrationsprozeß ergeben, sind das Bildungswesen und die Hochschulbildung in besonderer Weise betroffen: Internationale Kooperation und Verständigung entsteht nicht durch Absichtserklärungen von Regierungen und Institutionen. Sie kann nur erreicht werden mit Menschen, die lernen - über nationale Grenzen hinaus - sich zu verständigen und gegenseitig zu verstehen. Die deutsche Bildungspolitik kann und will diesen Internationalisierungsprozess unterstützen und fördern. ... Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen helfen, Politik im Bereich der Hochschulbildung zu gestalten. Die Antworten, die Sie im anliegenden Fragebogen geben, entscheiden mit darüber, welche Wege bei der Internationalisierung und Europäisierung der Hochschulausbildung beschritten werden. Wir möchten Sie herzlich bitten, sich an dieser Befragung zu beteiligen. Damit Entscheidungen nicht "am grünen Tisch", sondern auf Grundlage Ihrer Erfahrungen und Ihrer Vorstellungen getroffen werden!"
Das Anschreiben umreißt zutreffend die allgemeinen Ziele dieser Untersuchung: Zur Vorbereitung bildungspolitischer Entscheidungen sollen aktuelle Meinungen, Einstellungen und Erwartungen Studierender zur Internationalisierung des Studiums erfragt und die Akzeptanz unterschiedlicher Steuerungsinstrumente und Hilfsangebote ermittelt werden, mit denen eine Internationalisierung von Lehre und Studium vorangetrieben werden kann.
Im Zentrum des Interesses stehen dabei drei miteinander verknüpfte Fragenkomplexe:
Studentische Auslandsmobilität (1.) und Internationalisierung des
Curriculums (2.) werden hier als alternative Möglichkeiten einer Internationalisierung
des Studiums aufgeführt. Die Internationalisierung des Curriculums
steht dabei aber erstens in der Gefahr, als "zweitbeste" Möglichkeit
- nach der "besseren" Auslandsmobilität - unterbewertet
zu werden. Zweitens entspricht die getrennte Betrachtung der beiden Bereiche
zwar sowohl der hochschulpolitischen Diskussion als auch z. B. der Förderungssystematik
des Bildungsprogramms der Europäischen Union SOKRATES; eine solche
Trennung bildet jedoch nur unzureichend die Möglichkeiten und Inhalte
ab, die in vielen Formen internationalisierter Studienangebote enthalten
sind. Sicherlich sind internationalisierte Curricula auch eine Alternative
für immobile Studierende, sie können aber ebenso als Wegbereiter
und Initialzünder für einen späteren Auslandsaufenthalt
betrachtet werden. Häufig finden sich auch Angebote (sowohl in der
Realität als auch in den von uns vorgestellten Modellen, (vgl.
Kapitel 8), die sich keinem der beiden Bereiche trennscharf zuordnen
lassen: die Übergänge sind fließend und internationalisierte
Curricula beinhalten ganz überwiegend zumindest Optionen auf einen
Auslandsaufenthalt. Die aus systematischen Gründen im Bericht getrennt
erfolgende Diskussion von Auslandsmobilität und Internationalisierung
des Curriculums sollte daher nicht als konzeptionelle Trennung mißverstanden
werden: beide Bereiche sind eng miteinander verwoben; bei der Implementierung
internationalisierter Studienmöglichkeiten können und sollten
beide Formen als sich ergänzende und aufeinander beziehende Angebote
entwickelt werden.
In Kapitel
3 werden methodische Hinweise gegeben, soweit sie für die Interpretation
und Einordnung der Ergebnisse von Bedeutung sind: Das Kapitel enthält
Kurzbeschreibungen der verwendeten Datenquellen und Angaben zu den Auswahlkriterien
bei der Stichprobenziehung sowie zur Repräsentativität
der Daten.
Kapitel
4 gibt einen Überblick über die Entwicklungstendenzen internationalisierten
Studierens. Nach einer Erörterung der Berechnungsverfahren verschiedener,
in der bildungspolitischen Diskussion verwendeter Auslandsstudienquotenwerden Veränderungen studentischer Auslandsmobilität
dargestellt: einerseits für alle Studierende in langer Zeitreihe (1951-1994)
und andererseits für den Zeitraum 1982-1996 differenziert nach Studienfach
und Hochschulart. In
Kapitel
4.2 wird die Auslandsmobilität deutscher Studierender im Kontext
eines europäischen und internationalen Vergleichs diskutiert.
Fremdsprachenkenntnisse
sind sowohl für studentische Auslandsmobilität als auch für
die Akzeptanz internationalisierter Curricula von entscheidender Bedeutung.
Sie werden daher in Kapitel
5 gesondert betrachtet.
Gleiches gilt für die im 6.
Kapitel erörterte Arbeitsmarktrelevanz
internationaler Qualifikationen und Fähigkeiten. Auch sie wird in
einem eigenen Abschnitt geschlossen diskutiert. Die Sonderbehandlung dieser
beiden Aspekte gestattet eine ihrer Bedeutung angemessene vertiefende Betrachtung,
führt aber dazu, daß sich gelegentliche Wiederholungen und Querverweise
in den folgenden Kapiteln nicht immer vermeiden lassen.
In Kapitel
7 wird ausführlich die studentische Auslandsmobilität untersucht:
Erstmals können auch Ergebnisse zu Auslandsaufenthalten vorgelegt
werden, die nicht im direkten Zusammenhang mit dem Studium durchgeführt
wurden, aber in den Intentionen der Studierenden über reine Urlaubsreisen
hinausweisen. Im nachfolgenden Unterkapitel werden Ergebnisse für
alle deutschen Studierenden ausgewiesen (auf der Grundlage der 14. Sozialerhebung
des Deutschen Studentenwerks). Die Detailanalysen des
Kapitel
7.4 vertiefen und erweitern die Betrachtung; da sie auf der Grundlage
der für den vorliegenden Bericht durchgeführten Befragung angestellt
wurden, geben diese Ergebnisse Aufschluß über das Verhalten
ausgewählter Studierendengruppen und sind nicht repräsentativ
für alle deutschen Studierenden.
Kapitel
8 schließlich behandelt die Akzeptanz verschiedener Formen internationalisierten
Studierens. Zahlreiche der vorgestellten Modelle können als Prototypen
internationalisierter Curricula im engeren Sinne gelten. Es wird untersucht,
inwieweit verschiedene Merkmale wie z. B. die Persönlichkeitsstruktur
der Studierenden oder ihre Fremdsprachenkenntnisse Einfluß haben
auf die Akzeptanz der Modelle.
In den Anhang
A wurden alle methodischen Hinweise aufgenommen, die nicht unbedingt
zum Verständnis der Analysen oder für die Interpretation der
Ergebnisse erforderlich, aber möglicherweise dennoch von Interesse
sind (z. B. die Operationalisierung des Persönlichkeitsfaktors Extraversion).
Im
Anhang
B findet sich der komplette Fragebogen mit Randauszählung. Es
werden für jede Frage die Ergebnisse der Befragung ausgewiesen, differenziert
nach den Studienbereichen Naturwissenschaft/Technik, Sozialwissenschaften/Psychologie/Pädagogik
sowie Betriebswirtschaftslehre.
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© 1997,
Hochschul-Informations-System GmbH Hannover
Peter Müßig-Trapp (muessig@his.de)